Mit 15 das erste Mofa, mit 16 ein Mokick und dann endlich der Einser und eine richtige Maschine. Diese Laufbahn ist wohl identisch mit der vieler anderer Motorradbegeisterter. Hier finden sich Bilder der von mir gefahrenen Maschinen. Leider habe ich nur von meinen aktuellen Moppeds und der Guzzi Originalaufnahmen und kann ansonsten lediglich Aufnahmen von identischen Modellen zeigen.
Halbstark
Das war mein erstes motorisiertes Fahrzeug. Eine Rixe Libelle, die ich von einem älteren Freund, der inzwischen schon ein Kleinkraftrad hatte, übernehmen konnte. Stolz wie Oskar machte ich damit die Straßen unseres Ortes unsicher. Natürlich wurde das Töff frisiert und fuhr mit angelegten Ohren fast 60 Sachen.
Kaum war der "4er" gemacht, kaufte ich eine uralte Kreidler Florett. Mit diesem Mokick hatte ich dann meinen ersten heftigen Unfall. Eine 2CV Entenfahrerin hatte mich knapp 50 m vor meiner eigenen Haustür übersehen, als sie versuchte, vom Parkstreifen auf der rechten Seite, quer über die Straße zu wenden. Ich erwischte Ihr linkes Vorderrad und flog gewaltig durch die Luft, machte mehrere Saltos und Purzelbäume und rutschte schließlich auf dem Rücken ein paar Meter auf dem Asphalt. Fazit: Ente Totalschaden, mein Moped ebenso und ich hatte nur eine kleine Schürfwunde am Rücken.
Von einem anderen Freund kaufte ich einen völlig schrottreifen Zündapp R50 Roller zu einem absolut überteuerten Preis. (Schöner Freund). Meiner war papageienfarben angepinselt und sah nicht so elegant wie der auf diesem Bild aus. Obwohl er mich laufend im Stich ließ, habe ich ihn doch sehr gerne gefahren. Ein Wunder, das mich meine damalige Freundin und heutige Frau seinerzeit nicht verlassen hat. So oft wie ich Sie versetzte, weil der verdammte Roller mal wieder stehen blieb. Mit der Zündapp hatte ich dann auch das nächste Crasherlebnis. Ein Mercedesfahrer nahm uns, - ich hatte noch eine Sozia geladen -, die Vorfahrt, was mich zum ausweichen und in einen Sturz zwang. Meine Beifahrerin hatte eine Schramme im Gesicht und ich kam mit dem Schrecken davon. Das Moped blieb relativ heil. (Viel war an der Karre auch nicht mehr zu zerstören).
Ungefähr 6 Monate vor Erwerb des Einsers kaufte ich mir, sozusagen "auf Vorrat", eine Vespa 125 PX zum üben. (Zur Nachahmung ausdrücklich nicht empfohlen, mit dem Alter wird man doch klüger). Glücklicher Weise ging es gut und die "Streckenposten" erwischten mich nie. Spaß hat sie immer gemacht und sie war mein erstes zuverlässiges Moped.
Echte Moppeds
Mein erstes "richtiges" Motorrad. Und was für eins. Der Tacho zeigte 165km/h an, wenn man sich ganz klein machte. Das Fahrwerk bedurfte eigentlich eines Waffenscheins und war dem Motor nicht wirklich gewachsen. Dennoch wurde die 500er mit einer Höckersitzbank und Stummellenkern zum Caferacer "veredelt". Ich muß einen Schutzengel gehabt haben, dass ich dieses Motorrad seinerzeit überlebt habe. Außer einem unfreiwiligen Ausweichmanöver in einen Acker, (meine erste Enduro), und einem kleinen Ausrutscher auf einer Ölspur, bei ganz langsamer Geschwindigkeit, passierte nichts dramatisches mit ihr und mir.
Mitte der 70er wurde von Yamaha das Scramblerdesign in Form der XT 500 erfolgreich interpretiert und mit dem neuen Begriff "Enduro" marketingtechnisch perfekt unter die Leute gebracht. Es war die Zeit der Camel-Werbung und Freiheit und Abenteur gehörten zum erfolgreichen Image. (Tatsächlich fuhren seinerzeit nur wenige mit diesen Maschinen im Gelände). Alle anderen Marken hatten den Boom verschlafen. Suzuki warf die SP370 zum Dumpingpreis auf den Markt und hatte dennoch keinen nennenswerten Erfolg mit diesem Modell. Zu klein, zu schwach, zu wenig Image. Ich hatte dennoch 2 Sommer und Winter lang Spass an meiner SP. Ärgerlich war, dass mir laufend die Plastikseitenteile geklaut wurden und die Elektrik permanent Probleme bereitete.
Die nächste war dann mein letzter Vierzylinder. Die Nachfolgerin der CB 500 hatte 50 ccm mehr und anstelle 4 glänzender Chromauspufftöpfen derer nur noch einen. Ansonsten hatte sich nicht viel getan. Das Fahrwerk war nach wie vor keine Offenbarung, die Zuverlässigkeit dafür um so mehr. Mit diesem Motorrad unternahm ich 1985 meine erste größere Motorradreise. Zusammen mit meinem Bruder als Sozius ging es, mit einem Zelt im Packsack und dem nötigsten in Koffern, auf verwinkelten Landstraßen durch die Eifel, den Hunsrück, Luxemburg, die Vogesen und quer durch den Schwarzwald wieder in Richtung Rheinland. Die Maschine begleitete mich 3 Jahre lang. Nachdem ich Sie verkauft hatte, - dass Budget einer jungen Familie lies das teure Hobby einfach nicht mehr zu-, setzte eine lange motorradlose Epoche ein. Sie währte 3 Jahre, dann gab es kein Halten mehr.
Ich kaufte eine Vespa 80 PX, die mit einem Zylinderkit auf 100ccm erweitert war. Mit diesem sparsamen 2Takter fuhr ich ein Jahr lang täglich, bei Wind und Wetter 15 km zu meinem damaligen Arbeitsplatz im westfälischen Münster. Natürlich war das kein echter Ersatz für ein "richtiges" Motorrad, aber es bereitete den Weg in die "richtige" Richtung. Nachdem ich das Motorrad verkauft hatte, fuhr es noch etwa 500 km und hatte dann einen ordentlichen Kolbenfresser. Der Kelch war knapp an mir vorüber gegangen.
Die zwischenzeitlichen Gehaltserhöhungen ließen endlich wieder ein wirkliches Mopped zu. Ich kaufte eine gebrauchte Suzuki DR500S. Optisch sah sie noch ganz ok aus, war jedoch bereits etwas ausgelutscht. Sie fuhr aber noch einigermaßen, sprang passabel an und war relativ sparsam. Nach einem Jahr konnte ich sie zum Einkaufspreis wieder verkaufen und mir dann einen Jugendtraum erfüllen:
Eine Moto Guzzi 850 T3 California der letzten Baureihe, (mit den hässlichen Gußrädern, das war das einzige Manko). Dieses Motorrad fand ich schon mit 14 Jahren toll und es war auch ein ganz wunderbares Maschinchen. Ich bereue es immer noch, dass ich Sie 1999 wieder verkauft habe. Aus heutiger Sicht mit 850 ccm und nur ca. 60 PS bei einem Gewicht von 240kg, (leer), eine lahme Ente, aber die Guzzi war immer zuverlässig und hatte ihre Qualitäten in einem prima Fahrwerk und toller Langstreckentauglichkeit. (Wobei der Soziusplatz der bequemere war).Das Bild wurde während einer schönenTour durch Vogesen und Schwarzwald im August 1991 aufgenommen. Diesmal war meine Frau mit dabei. Auch sie, obwohl überhaupt kein Motorradfan, schwärmt heute noch von der Guzzi und schimpft jedesmal über den Verkauf, wenn die "Cali" erwähnt wird. Ich fand zum Zeitpunkt des Verkaufs allerdings kaum noch Zeit zum fahren und hatte kurzfristig kein Interesse mehr am Motorrad. Ein Fehler, wie sich bald herausstellen sollte.
2 Jahre nach Verkauf der Guzzi hatte ich keine Lust mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel um zur Arbeit zu gelangen. Seinerzeit benötigte meine Frau den Wagen und ich fuhr mit Bus und Bahn. Eines Samstag am sehr frühen Morgen blättere ich in der Zeitung und finde eine Annonce, in der jemand einen nagelneuen Aprillia Amico Roller für 1.200,- DM anbietet. Ich war der erste, der an seine Tür klopfte und ihm das Geld auf den Tisch legte, 20 Sekunden nach mir kam der nächste, der sich vor Wut fast in den Hintern biss. Der Verkäufer, Typ Neureich, hatte das Moped zur Hochzeit geschenkt bekommen und keine Verwendung dafür. Ich war happy mit dem kleinen Teil und es brachte mich prima zur Arbeit. Es fuhr unfrisiert seine 60 Sachen und war ein optimaler Stadtflitzer. Als ich jedoch nach 4 Monaten zur Inspektion fuhr, erblickte ich ein Sonderangebot.
Aktuelle Moppeds
Den"Leo" 150er gab es für DM 4.900,-- im Ausverkauf und mein Amico wurde dagegen für DM 2.500,-- in Zahlung genommen. Ich habe ihn jetzt bis heute und fahre ihn immer noch gerne auf Kurzstrecken. Zum schnellen Shopping, oder an den Baggersee, sowie für das durchwuseln im Berufsverkehr ist er genau das richtige Gefährt. Lt. Tacho fährt er 110km/h, zumindest auf der rechten Autobahnspur ist man damit kein "Ausbremser". Der Verbrauch ist bei strammer Fahrweise mit ca. 4,5 Litern Super nicht gering, aber die Automatik ist eben bequem und dafür nicht so ökonomisch. Nach 16Tkm habe ich mal Keilriemen und Gewichte der Automatik ausgetauscht und den 1 Satz Reifen ausgewechselt. Die Steuer kostet jährlich 13 €, die Versicherung 69 €. Nachteil: Die Original Bremsbeläge kann man alle 2 1/2 Tkm austauschen. Der Leo macht Spaß, aber dennoch befiel mich irgendwie immer die Schwermut, wenn ich Jungs und Mädels mit "richtigen" Moppeds sah. Dagegen mußte dann irgendwann etwas unternommen werden.
Ende August 2003 fand ich in Ebay eine Auktion, in der ein Verkäufer, aus Waren an der Müritz, eine neue XT 600 E, DJ02 für € 4.400,-- Sofortkaufpreis incl. Anlieferung anbot. Das waren immerhin € 1.000 ,-- unter Listpreis. Der Verkäufer hatte noch keine Bewertung und als Ansprechpartner war jemand genannt, der nicht identisch mit dem Verkäufer war. Äußerst dubios das ganze, so dachten wahrscheinlich alle die das Angebot gesehen hatten, denn keiner gab das Mindestgebot ab. Nachdem die Auktion erfolglos beendet war, setze ich mich mit den Verkäufern in Verbindung und bat um Dokumente, wie Kopie des Kaufvertrages, Briefes, Scheines etc., was ich auch alles bekam. Es stellte sich heraus, dass die Besitzer ein über 70 Jahre altes Ehepaar waren, deren Sohn sich die XT mit Hilfe einer von ihnen gezeichneten Bürgschaft per Ratenzahlung gekauft hatte. Tragischer Weise verstarb der Sohn einen Tag nach dem Kauf des Motorrades. (Kein Motorradunfall). Nun saß dieses bedauernswerte Ehepaar auf den Schulden für das Motorrad und fand keinen Käufer, bis die Enkelin zur Hilfe kam und die Ebay-Auktion startete. Wir vereinbarten, dass anstelle des Transportes ein Bahnticket im Schlafwagen für mich ersetzt wird und ich das Motorrad persönlich vor Ort abhole. So konnte ich es gleich auf einer Langstrecke einfahren. Die XT erfuhr im Laufe der Zeit einige Änderungen. Stahlflex-Bremsleitung vorne und hinten, K&N Luftfilter, Edelstahlkrümmer und LeoVince Endtopf, einen Aluunterbodenschutz einer XTZ, einen 23 L Acerbistank und eine Tourenscheibe. Die XT ist enorm handlich und hat ausreichend Leistung für jede Art von Tour, seies über die Autobahn, oder alpine Schotterstrecken. Ihre Domäne sind aber kurvige Landstrassen. Hier werden manche Superbike-Fahrer blass.
06.12.2008 Beim stöbern in Ebay wurde ich zufällig darauf aufmerksam, dass ein Händler eine nagelneue Ténéré XT 660 Z für einen Mindestpreis ihv. € 5.999,-- inclusive Koffer und Alu-Motorschutz anbietet. Dass Angebot war zu verlockend und schließlich stand Weihnachten vor der Türe. Letztendlich habe ich € 6.353,-- für das Mopped bezahlt, immer noch ein Schnäppchen. Die Z ist nicht ganz so handlich wie die DJ02, aber deutlich flotter und verfügt über sehr wirksame und gut dosierbare Bremsen. Die Sitzposition ist angenehm, das Windschild hält den Luftdruck prima vom Oberkörper fern, leitet aber bei mir , (1,80), die Luft direkt unter die Blende meines Crosshelmes, was einen Höllenlärm verursacht. Die Montage eines höheren Windschildes brachte keine Besserung und so fahre ich nur noch mit Ohrstöpseln. Inzwischen habe ich Sturzbügel von Touratech und Acerbis Handprotektoren montiert. Ansonsten ist die Maschine ab Werk komplett. Alles in allem wirkt die neue Ténéré sehr durchdacht und überzeugt auch in vielen kleinen Details, wie z.B. dem Befestigungsbügel für ein GPS, elektronischer Wegfahrsperre, oder dem Abschlepphaken. Als Manko würde ich noch den um 1-2 cm zu langen Seitenständer und die mehr als ärgerliche Reifenbindung nennen, die nur Pneus mit Kinderpopoprofil - und keinen einzigen Grobstoller gestattet. Zum Glück gibt es inzwischen von einigen Reifenherstellern für deren Grobstoller Unbedenklichkeitsbescheinigungen, (z.B. Heidenau, Continental), was einem aufwendige und teure Eintragungen beim TÜV erspart. Nach 18.000 km mußte ich die Gabelfedern gegen progressive von Wirth austauschen, da die ohnehin viel zu weichen Originalfeder das Vorderrad inzwischen bereits bei leichtesten Bremsungen bis zum Anschlag in die Gabel eintauchen ließ. Hier hat Yamaha gepfuscht und ganz mieses Material verwendet.